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„Und darum ist es Zeit, zu handeln und Kryptowährungen zu verbieten.“

Ein Analyst der niederländischen Regierung trommelt für ein Verbot von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Wir fassen seine Argumentation zusammen.

Ein führender Analyst der niederländischen Regierung plädiert für ein Vollverbot von Bitcoin – von Mining, vom Handel, vom Besitz. Pieter Hasekamp, Direktor des dem Wirtschaftsministeriums unterstellten Zentralbüros für Wirtschaftspolitische Analysen, legt in einem Gastbeitrag der Zeitung fd. dar, weshalb.

Wir fassen hier die Argumente von Hasekamp unkommentiert zusammen. Dass wir sie nicht teilen, versteht sich von selbst; dass ihr, als Leser, sie unvoreingenommen zur Kenntnis nehmen solltet, ist für uns aber ebenso selbstverständlich.

Hasekamp beginnt seinen Kommentar also etwas umständlich, indem er das berühmte Greshamsche Gesetz zitiert: Schlechtes Geld verdränge das gute Geld.

Auf den ersten Blick füge sich der Aufstieg von Bitcoin in dieses Schema: Kryptowährungen seien das schlechte Geld – ihre Herkunft sei unbekannt, ihr Wert volatil, der Handel mit ihnen zwielichtig. Allerdings werden Bitcoins im regulären Zahlungsverkehr, weiß Hasekamp, nicht verwendet und verdrängten daher auch nicht das andere Geld. Bedeutet das, wie Bitcoiner gerne sagen, dass Bitcoins in Wahrheit das gute Geld sind? Dass Bargeld, Giralgeld, Fiatgeld altmodisch und schlecht seien?

Nein, dies bedeute es nicht. Denn wie gut ein Geld sei, so Hasekampf, hänge davon ab, wie gut es die üblichen Funktionen von Geld erfülle: als Recheneinheit, als Zahlungsmittel, als Wertspeicher. Fiatgeld habe eine gute Werterhaltung – die Inflation sei gering – und eigne sich bestens als Zahlungsmittel und Recheneinheit. Zwar lasse die Sicherheit teils etwas zu wünschen übrig, vor allem im digitalen Raum, doch alles in allem funktioniere das Geld, das wir haben, so hervorragend, dass man es nur ein gutes nennen könne.

„Cyberwährungen“ hingegen seien ein schlechtes, ein grottenschlechtes Geld, und zwar in jeder Hinsicht: Einen Werterhalt gäbe es nicht, die Benutzerfreundlichkeit sei schwach, und die Sicherheit werde durch Betrügereien untergraben. Wenn etwas Kryptowährungen attraktiv mache, dann die Privatsphäre der anonymen Transaktionen.

Aus diesen Gründen seien Bitcoin und andere Kryptowährungen „als Recheneinheit und Zahlungsmittel außerhalb krimineller Kreise ungeeignet“, weiß Hasekamp. Wenn sie sich gut als Wertspeicher machten, dann nur, weil Leute hofften, dass sie eines Tages echtes Geld ersetzen. Aber dies werde nicht passieren. Denn Kryptowährungen seien weder ein echtes Finanzprodukt noch echtes Geld.

Vielmehr seien Kryptowährungen nur „ein Beispiel für das, was Nobelpreisträger Robert Shiller eine ansteckende Erzählung nennt“: Eine Story, an die Menschen glauben, weil andere daran glauben. Und deswegen, knüpft Hasekamp an den Anfang seines Kommentars an, werde das Greshamsche Gesetz bei Kryptowährungen durch das Newtonsche ersetzt: „Was nach oben geht, muss nach unten kommen. Der endgültige Zusammenbruch der Kryptoblase ist unvermeidlich.“

Der Analyst begrüßt es, dass verschiedene Länder nun wegen der schädlichen Folgen gegen den „Krypto-Hype“ vorgehen – wegen Betrug und krimineller Nutzung, Spielsucht, finanzieller Instabilität und der massiven Energieverschwendung. China zeichne sich darin besonders aus. Die Volksrepublik habe nicht nur das Mining verboten, sondern bekämpfe in letzter Zeit auch entschieden die Krypto-Influencer in den sozialen Medien. Die Niederlande hinke dagegen deutlich hinterher.

Ein Versuch, die Aufsicht über Handelsplattformen zu verschärfen, sei ohne Erfolg verlaufen. Noch 2018 erklärte Hasekamps eigene Institution, das Zentralbüro für Wirtschaftspolitische Analysen, dass eine strengere Regulierung unnötig sei. Nun mahnt er jedoch, dass eine „vorsichtige Regulierung“ Kryptowährungen als „echtes Finanzprodukt“ legitimiere und damit einen großen Schaden anrichten könne.

Daher sei es jetzt Zeit zu handeln. Denn „je länger wir warten, desto größer werden die negativen Folgen eines eventuellen Crashes“. In letzter Instanz sei ein „totales Verbot der Produktion, des Handels und sogar des Besitzes von Kryptowährung“ die richtige Option. Zwar behaupteten Gegner eines solchen Verbotes, dass das Verbieten schon bei Drogen wirkungslos geblieben sei, und es daher bei etwas wie Bitcoin, das nur aus Zahlen und Mathematik bestehe, erst recht effektlos verpuffen müsse. Doch Hasekamp erkennt einen entscheidenden Unterschied: Ein Verbot von Kryptowährungen führe zu sinkenden Preisen und schmälere dadurch deren Attraktivität.

Daher sei es, schließt der Analyst den Kommentar, für die Niederlande Zeit, Bitcoin zu verbieten.

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