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StartMark: Zweites offizielles Security Token Offering (STO) in Deutschland

Securty Token Offerings sind die neuen, hoffentlich besseren ICOs. Langsam verbreitet sich die Ausgabe von Wertpapieren als Token. Eine Vorreiterrolle spielt dabei Deutschland, wo bereits das zweite STO veranstaltet wird: StartMark möchte es kleinen Anlegern ermöglichen, in aufstrebende Startups zu investieren.

Derzeit läuft in Deutschland das zweite von der BaFin genehmigte STO. Das steht für Security Token Offering, ist an sich nicht viel anders als ein ICO, mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass sie vollständig reguliert ist: Die Unternehmen, die ein solches Security Token herausgeben, müssen einen Wertpapierprospekt vorlegen, die Kunden ordnungsgemäß identifizieren und konkret belegen, wie die Token Investoren an Wertsteigerungen und Geschäftserfolgen beteiligen. Es handelt sich also, mehr oder weniger, um ein klassisches Finanzprodukt, ähnlich der Mittelstandsanleihe, das eben auf der Blockchain läuft.

StartMark, so der hübsche Name der Herausgeberin der STO, widmet sich der Startup-Finanzierung. Es gibt in Deutschland viele Startups, erklärt das Whitepaper, aber ein sehr großer Teil von ihnen scheitert, wenn die Gründer ihrer Ersparnisse verbrannt haben, ohne eine Finanzierung zu erhalten. Kredite bei der Bank dauern oft lange und scheitern am Ende häufig; die großen Venture Capitalisten schaffen es nicht, den Bedarf zu stillen.

Was laut StartMark fehlt, ist eine Möglichkeit für kleine Anleger, auch in die Startups zu investieren. Bisher ist das in der Regel den großen, teils auch institutionellen Anlegern vorbehalten, die über Gesellschaften für Risikokapitalgeber investieren. Hans Otto Allerwelt hat kaum eine Möglichkeit, sich mit ein wenig Geld, sagen wir ein paar hundert Euro, an den aufstrebenden Startups zu beteiligen. Diese Lücke möchte StartMark mit dem STO schließen.

Kleine Investoren können nach der Anmeldung bei StartMark – die eine Identitätsprüfung durch vermutlich VideoIdent beinhaltet – schon ab 100 Euro StartMark Token (SMK) erwerben. Ein SMK entspricht einem Euro Anteil am Portfolio von StartMark. Dieses Portfolio besteht aus Investmentanteilen an Startups, die das Team von StartMark auswählt. Die Token sind ein ERC20-Token auf Ethereum; Investoren benötigen Ether, um sie zu erwerben, und eine Ethereum-Wallet, um die SMK-Token zu verwahren. Sie sollen später, wie alle Token, auf dem Markt frei gehandelt werden, wenn sie es auf Börsen schaffen.

Mit der STO möchte StartMark maximal 50 Millionen Euro einholen. Geplant ist, im Jahr 10-20 Millionen Euro in Startups zu investieren und zu einem der Top-20-Risikokapitalgeber Deutschlands zu werden. Dabei fokusiert sich StartMark auf keine spezielle Branche, sondern ist für die meisten Tech-Branchen außer Biotechnologie, Pharmazie und Live Sciences offen. Diese seien zu kompex und riskant. Aber FinTech, AgriTech, LegalTech, EduTech, Blockchain, KI, FoodTech, InsurTech – fast alles, was Tech-Gründer heute bewegt, gehört zur Zielgruppe von StartMark.

Der Verkauf und Handel der SMK-Token läuft über die Blockchain und ist damit selbstverständlich transparent. Zudem möchte StartMark die Erträge der Investoren – sie zielen auf mehr als 10 Prozent im Jahr ab – über die Blockchain transparent auszahlen. Wie dies genau geschieht – als Eurotoken, DAI-Dollar oder Ether – steht nicht im Whitepaper.

Der Verkauf hat bereits begonnen; bis zum 30. September gibt es ab einer Einlage von 700 Euro einen 30-prozentigen Rabatt.

Das Modell der Security Token Offerings, also der regulierten ICOs, scheint sich langsam wie erwartet durchzusetzen. Anders als die ICOs verschaffen die STOs zwar nicht den Vorteil der regulatorischen Nachlässigkeit, aber es bleibt der technologische Vorteil, ein Token zu haben, das einfach zu schaffen ist und mittelsmannlose, aber sichere und transparente Transaktionen ermöglicht. Durch die Regulierung wurde die soziale Revolution zwar etwas eingegrenzt, aber es bleibt eine technische Revolution im Wertpapiermanagement. Daher gibt es fast jede Woche neue Beispiele über geplante oder erfolgte STOs.

Kürzlich hat etwa die La Estancia Holding aus der Dominikanischen Republik angekündigt, durch ein STO 75 Millionen Dollar einholen zu wollen, die in Immobilien in ihrer Heimat investiert werden, darzunter ein 240-Zimmer-Hotelkomplex, der von einer großen Hotelkette aus China verwaltet wird. Schon zuvor hat INVAO aus Liechtenstein die zweite Runde einer Art STO durchgeführt, bei denen sie Token verkauft haben, die einen Anteil an einem Bond für diversifizierte Blockchain-Assets repräsentieren – das STO wird also zum Sammeltoken für andere Blockchain-Token.

Interessanter dürfte aber die STO von StartMark sein. Hinter ihr steckt ein echtes Geschäftsmodell, das auch außerhalb der Blockchain-Branche liegt. Wir sind gespannt, ob es den erwarteten Erfolg einführt – und vielleicht zum Türöffner dafür wird, dass Deutschland zum Vorreiter bei der Umgestaltung der Wertpapiertechnologie wird.

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