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August 19, 2019
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Qusar-Hardfork: Bitcoin SV erhöht das Blocksize-Limit auf 2 Gigabyte

Vorgestern hat Bitcoin SV (BSV) mit der Quasar-Hardfork das Blocksize-Limit erneut angehoben: Für Nodes gilt nun ein Limit von 2 Gigabyte, während die Miner ein optionales Limit von 500 Megabyte erhalten. Für Bitcoin SV ist Quasar ein Weg zu Genesis – der Wiederherstellung des ursprünglichen, aber unlimitierten Bitcoin-Protokolls.

Man könnte meinen, 128 Megabyte an Blocksize seien genug, vor allem, wenn die aktuellen Blöcke im Durchschnitt eher 200 bis 500 Kilobyte groß sind. Dennoch hat Bitcoin SV (BSV) nun mit der Quasar-Hardfork das „harte“ Blocksize-Limit auf satte 2 Gigabyte erhöht. Ein „weiches“ Limit der Miner begrenzt die Größe jedoch auf 512 Megabyte. Dieses Limit greift sowohl in der Produktion von Blöcken als auch in der Akzeptanz von Blöcken anderer Miner.

Bei der ansonsten eher trivialen Hardfork geht es weniger darum, aktuell notwendigen Platz zu schaffen, sondern, so ein Blogpost auf der Webseite der Software BitcoinSV, einen „kulturellen Wandel für Bitcoin“ herbeizuführen. „Indem wir das standardmäßige harte Limit (von Entwicklern gesetzt) von einem harten Konsens-Limit (durch Miner gewählt) trennen, schwächen wir die Macht der Standard-Einstellungen, die nur durch eine einzige Gruppe gesetzt werden kann (durch uns). Dies entspricht einem sehr aktiven Bemühen des BitcoinSV-Entwicklerteams, die Verantwortung für den Konsens über die Kapazität an die Miner abzugeben.“ Im kommenden Jahr soll das Limit schließlich komplett wegfallen.

Die Hardfork verlief reibungslos, eine echte Spaltung der Blockchain fand nicht statt. Kurz nach der Fork hat ein unbekannter Miner einen Block mit einer Größe von 147 Megabyte produziert. Dies ist der größte Block, der je an eine Blockchain angehängt wurde. Mit ihm wurden die Nodes, die das Quasar-Upgrade nicht eingespielt und demnach noch am 128m-Megabyte-Limit festgehalten haben, aus dem Netzwerk geworfen. Im Scaling-Test-Netzwerk von BitcoinSV, wo Miner, Entwickler und Unternehmen die Grenzen der Kapazität ausloten, wurden bereits mehrere Blöcke mit 2 Gigabyte in Folge produziert. Allerdings testet das Scaling-Testnet lediglich die Verteilung der Blöcke im Netzwerk sowie die akute Belastung; nicht getestet werden weitere Faktoren wie etwa die initiale Synchronisierung der Nodes, die mit solch großen Blöcken rasch sehr lange dauern wird.

Abgesehen von dem höheren Limit führt die neue Version der BitcoinSV-Software einige Verbesserungen ein, die bei der Skalierung helfen sollen. Daneben wird noch OP_FALSE OP_RETURN als Standard-Transaktion definiert. Mir ist nicht ganz klar, was das konkret bedeutet, das Blogpost beschreibt es als „Vorbereitung dafür, dass OP_RETURN im kommenden Frühjahr in seine ursprünglichen Version zurückgesetzt wird.“

Die Entwickler von BitcoinSV haben den ehrgeizigen Plan, ihr Werk mit lediglich einer verbleibenden Hardfork abzuschließen und sich dann aus der Protokoll-Entwicklung zurückzuziehen. Am 4. Februar 2020 soll die letzte „Genesis“ getaufte Hardfork stattfinden, die „ein Set von Protokoll-Restaurationen enthält, die eine nahezu vollständige Rückkehr zum originalen Bitcoin-Protokoll darstellen.“ Genesis soll nicht nur das Limit der Blocksize, sondern auch alle Limits, etwa für die Größe von Skripten, Transaktionen und so weiter, aufheben. Daneben soll es P2SH-Transaktionen sowie die Op-Codes CLTV und CSV abschalten, aber dafür den ursprünglichen Op_Return-Code wiederherstellen sowie Maßnahmen ergreifen, dass alte Transaktionen, die bereits signiert waren, wieder auf Bitcoin SV gültig werden.

Die Entwickler versprechen, diese Protokoll-Wiederherstellung mit einer Reihe von technischen Verbesserungen zu flankieren, etwa der parallelen Validierung von Transaktionen und Blöcken, Maßnahmen gegen diverse Angriffe, Verbesserungen des Mempools, der API und vielem mehr.

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