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Pacifical beginnt, nachhaltig gefangenen Thunfisch über die Ethereum-Blockchain zu tracken

Die größte weltweite Vereinigung von Thunfischfängern speichert seit Anfang August Daten zum Fisch auf der Ethereum-Blockchain. Wir schauen uns das Projekt genauer an.

Kennen Sie das MSC-Siegel auf Thunfischdosen? MSC steht für Marine Stewardship Council und ist ein Siegel, das unter anderem auf Thunfischdosen bezeugt, dass die Fische nachhaltig gefangen wurden. Wenn Sie einmal in Ihren lokalen Supermarkt gehen, werden Sie es garantiert entdecken.

Thunfischfilets mit dem MSC-Siegel.

Seit August werden diese Siegel nun in manchen Fällen mit Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain verbunden. Laut einer Pressemitteilung von Pacifical kann man damit bei hunderten Millionen Thunfischsteaks, -beuteln und -dosen die Herkunft nachvollziehen und verifizieren.

Pacifical arbeitet als Agentur für die PNA, die Parteien des Nauru-Abkommens, das Fischer aus acht pazfischen Nationen zu der größten Thunfisch-Genossenschaft der Welt verbindet verbindet. Das Nauru-Abkommen soll dafür sorgen, dass die Fischbestände in den Gewässern von Mikronesien, Kiribati, die Marschall-Inseln, Nauru, Palau, Papua-Neuguinea, die Salomon-Inseln und Tuvalu erhalten werden.

Gemeinsam mit Atoto, einem thailändischen Blockchain-Unternehmen, hat Pacifical nun eine Plattform aufgebaut, um den Thunfisch vom Fang bis zum Supermarkt über die Blockchain zu tracken. Wir haben bereits im Juni über das Projekt berichtet. Anders als viele andere Firmen im Blockchain-Sektor hat Pacifical nun pünktlich ein Produkt vorgelegt, das der Vorsitzende der PNA-Gemeinschaft, der Fischereiminister der Marschall-Inseln, Dennis Momotaro, vorgestellt hat.

“Paficical hat gemeinsam mit Atoto die bereits existierende Plattform zur Nachverfolgung von Thunfisch erweitert und begonnen, die MSC-Nachhaltigkeitszertifikate sowie Daten zur Nachverfolgung auf der öffentlichen Ethereum Blockchain zu publizieren,” so die Pressemitteilung von Pacifical. Damit setze die Firma neue Standards für Transparenz in der globalen Thunfisch-Branche.

Technisch speichert Pacifical die Daten im Interplanetary File System (IPFS) und verbindet sie über einen Smart Contract mit der Ethereum-Blockchain. Das ganze wird zudem mit dem existierenden System von Pacifical verbunden. Mit einem Tracking-Code, der auf der Packung steht, ist es möglich, durch eine Blockchain-Abfrage die Daten zu empfangen und zu prüfen. Dies wird es Umweltschützern, Großhändlern, Zertifizierern und Konsumenten überall auf der Welt ermöglichen, in Echtzeit zu prüfen, ob und wie der Thunfisch gefangen wurde, durch welchen Kapitän, auf welchem Schiff, mit welcher Methode, an welchem Ort, zu welcher Zeit, und wie er verarbeitet wurde.

“Unsere Blockchain-Lösung schafft eine mächtige Basis für ein kollaboratives, nachhaltiges Zertifizierungs-Netzwerk von Fischern, Händlern, Herstellern, Großhändlern, Märkten und Kunden. Es wird es ihnen ermöglichen, relevante MSC Daten nahtlos zu verbinden, zu sehen, hochzuladen, zu managen und zu teilen,” so die Pressemittelung. An dem Programm beteiligen sich 220 große Fischkutter sowie die komplette Supply-Chain einer Industrie, die auf einer Fläche größer als Europa im Jahr 35 Millionen Thunfische fängt. Der Direktor von Pacifical, Said Henk Brus, verspricht, dass mehr als 200 Millionen Konsumeinheiten von Thunfisch je Jahr für 23 Länder auf der Ethereum-Blockchain nachverfolgbar gemacht werden.

Sollte all dies so eintreffen, ist die Pacifical-Initiative das mit Abstand größte, weitreichendste und erfolgreichste Blockchain-Projekt überhaupt. Es würde die Blockchain auf eine fast unsichtbare, aber pragmatische und sinnvolle Weise zu einem Teil des Alltags von Fischern, Supermärkten und Konsumenten machen.

Noch dürfte es allerdings nicht so weit sein. Pacifical verlinkt auf eine Suchmaske, mit der man ein Thunfisch-Produkt anhand einer Tracking-ID auf der Blockchain suchen kann. Als Beispiel wird die ID U73X2CBNN3NMBN vorgeschlagen, die dann auch tatsächlich zu einer echten Ethereum-Transaktion vom 1. August führt. Die Transaktion hat zwar einige Bytes Input-Data, aber ich kann nicht nachvollziehen, wie sie mit dem Interplanetary-File-System sowie den Daten über den Thunfisch verbunden sind. Auch eine Präsentation von Pacifical hilft mir hier nicht weiter.

Bei der Eingabe in die Suchmaske auf Pacifical erfährt man nun, wann, wo, auf welchem Schiff und unter welchem Kapitän der Fisch gefangen wurde, welche Fischereifabrik ihn wie verarbeitet hat, wie lange er haltbar ist und von welcher Marke er verkauft wird.

Wie dies graphisch aufbereitet werden kann, zeigt eine Demo der schwedischen Firma für Fischkonserven, Abba. Wenn man auf der Webseite die ID eingibt, erfährt man in mehreren (leider schwedischen) Absätzen einige Basisinformationen zu diesem Produkt sowie weiterführende Infos zur Art, zum Gebiet, in dem der Fisch gefangen wurde, sowie zum MSC-Siegel.

Im Interplanetary File System kann man mit der ID auch einen Datensatz abrufen, der die bisherigen Daten bestätigt und ergänzt. Die Suche nach einzelnen Stichworten aus den Datensätzen, etwa “PackagingForm” bringt eine Seite mit 13 Treffern. Wenn man dagegen versucht, aufgrund der bekannten Transaktion auf Etherscan verwandte Transaktionen zu finden, die denselben Sender oder Empfänger haben, landet man bei 30 bis 35 Transaktionen, von denen die ersten vor 48 Tagen und die letzten vor 21 Tagen versendet wurden.

Auch wenn mir vermutlich einige wichtige Informationen fehlen, sieht dies nicht so aus, als würden jährlich hunderte Millionen von Konsumeinheiten auf der Blockchain zertifiziert. Aber vielleicht kommt es noch. Ernst scheint es Pacifical mit den Blockchain-Zertifikaten auf jeden Fall zu meinen.

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