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February 19, 2019
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Nein, Bitcoin ist nicht tot, sondern ein Billionen-Dollar-Netzwerk

Einige Statistiken zeigen, dass Bitcoin 2018 eine riesige Menge an Werten prozessiert hat. Behauptungen, die Kryptowährung sei als Zahlungssystem gescheitert, erscheinen angesichts dieser Zahlen absurd.

Wie oft hat man es in den letzten Monaten gehört: Bitcoin ist eine reine Blase, ist als Zahlungssystem nutzlos, wird sowieso nicht benutzt, und ist eigentlich schon gestorben. Die Süddeutsche Zeitung hat uns Bitcoinern sogar geraten, dringend mal unsere Antennen zu justieren und in die Wirklichkeit zurückzukehren.

Das Ding ist nur: Es stimmt nicht. Bitcoin ist 2019 quicklebendig. 2018 war nicht das Jahr, in dem man gute Kurse feiern konnte – aber es war ein Jahr, in dem sich Bitcoin offenbar als Teil des globalen Zahlungswesens etabliert hat. Zumindest legen das die Analysen von Satoshi Capital Research nahe. Sie schauen sich mehrere Zahlen des Bitcoin-Netzwerks an und vergleichen diese mit anderen Zahlungssystemen oder Volkswirtschaften.

Erstens feiert das Handelsvolumen von Bitcoin auf Börsen neue Höhepunkte. Mehr als 2,2 Billionen Dollar in Bitcoin wurde auf verschiedenen Börsen in verschiedenen Währungspaaren gehandelt. Im Vergleich zum Rekordjahr 2017 ist das Handelsvolumen von Bitcoin um beinah 160 Prozent gestiegen. Vergleicht man diesen Wert mit dem Handelsvolumen von “echten” Währungen, rangiert Bitcoin zwischen dem Chilenischen Peso (4,3 Billionen) und dem Argentinischen Peso (0,73 Billionen). Das lässt sich doch sehen, oder?

Auch das Transaktionsvolumen von Bitcoin, also der Dollar-Wert der auf der Blockchain gespeicherten Transaktionen, sorgt für gute Laune. Im Jahr 2018 betrug er 3,36 Billionen. Das ist geringfügig weniger als die 3,6 Billionen aus dem Jahr 2017, liegt aber weiter auf einem sehr hohen Niveau. Zum Vergleich: 2016 waren es gerade mal 500 Milliarden. Mit den 3,36 Billionen Dollar lässt Bitcoin manche etablierten Zahlungssysteme weit hinter sich. PayPal prozessiert etwa nur 500 Milliarden Dollar im Jahr, Western Union nur 200 Milliarden. Bitcoin steht damit nicht mehr so weit hinter dem Kreditkartenanbieter Mastercard, der starke 5 Billionen Dollar im Jahr verbeitet.

Auch das klingt phantastisch, vielleicht zu phantastisch, um wahr zu sein. Tatsächlich haben die Werte einen Haken: Eine Bitcoin-Transaktion enthält gewöhnlich zwei Outputs. Der eine geht an den Empfänger der Zahlung, der andere geht als sogenanntes Wechselgeld zurück zum Sender. Aufgrund von Blockchain-Daten allein ist es nicht mit absoluter Sicherheit bestimmbar, welcher der Outputs das Wechselgeld ist. Es gibt jedoch verschiedene Algorithmen, um dies zu schätzen. Blockchain.info versucht, das tatsächliche Volumen zu schätzen, wobei ungefähr ein Zehntel des Original-Wertes bleibt. Aber auch dabei ist unklar, wie akurat das ist.

Wenn man dieses Transaktionsvolumen also um das Wechselgeld bereinigt und dabei Blockchain.info folgt, dürften etwa 300 Milliarden Dollar übrig bleiben. Damit wäre Bitcoin zwar knapp unter PayPal, aber weiter deutlich vor Western Union. Selbst dies ist eine weiterhin veritable Zahl.

Bestätigt werden diese erfreulichen Werte von BitPay, dem größten Zahlungsdienstleister für Bitcoin. BitPay hat kürzlich einige Eckzahlen für das Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht. Diesen zufolge hat die Firma ein größeres Volumen prozessiert als jemals zuvor – mehr als eine Milliarde Dollar. Zu den neuen wichtigsten Kunden gehöre HackerOne (eine Plattform, auf der Hacker Bug Bounties einholen können), oder der US-Bundesstaat Ohio, der über BitPay Bitcoins für Steuerzahlungen annimmt. Ein starkes Wachstumsfeld für BitPay ist der B2B-Sektor, dessen Volumen sind 2018 mehr als verdoppelt haben.

Tot oder gescheitert, sollte man meinen, sieht anders aus.

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