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Lightning: Kapazität übersteigt 2.000 Bitcoin

Endlich: Das Lightning-Netzwerk wächst. Mehr Nodes, mehr Channels, und, vor allem: mehr Bitcoins. Dabei zeichnet sich ein interessanter Trend ab: Die User scheinen Lightning zunehmend zu vertrauen. Wird es doch noch etwas mit dem Offchain-Netzwerk?

Über Lightning wird viel geschrieben. Den einen ist das Offchain-Netzwerk für Bitcoin der Heilsbringer für die vollkommene Skalierung, den anderen ein verkopftes Konzept, das in Wirklichkeit niemals funktionieren kann. Die Wahrheit ist vielleicht irgendwo dazwischen.

Nachdem das Netzwerk lange stagniert hat, gibt es nun erfreuliche Nachrichten: Es wächst. Und zwar rapide. Nichts verdeutlicht das so sehr wie ein Chart der Anzahl von Payment-Channels und der gesamten Kapazität in Bitcoin:

Channels und Kapazität im Lightning-Netzwerk nach TxStats.com

Zunächst ist Lightning rasch gewachsen, nachdem das Netzwerk Anfang 2018 live ging. Doch schon im Frühjahr 2019 erreichte es einen ersten Höhepunkt, um nach einem milden Abfall für beinah zwei Jahre zu stagnieren. Erst ab Februar 2021 zeichnete sich ein klarer Trend zu weiterem Wachstum ab. Vor allem die Kapazität in Bitcoin zeigt dies, indem sie von rund 1.000 BTC auf gut 2.000 BTC gestiegen ist. Sie explodiert förmlich.

Zwei weitere Charts illustrieren diesen Trend:

Anzahl der Knoten des Lightning-Netzwerks nach Bitcoin Visuals

Hier sehen wir die Anzahl der Knoten im Lightning-Netzwerk. Anders als die Kapazität hat diese niemals aufgehört, zu wachsen. Es gab offenbar eine lange andauernde Phase des Experimentierens, in denen Leute zwar Knoten eingerichtet haben, aber sich noch nicht trauten, diesen auch viel Geld anzuvertrauen. Lightning erweckte die Neugier, aber kein Vertrauen. Seit dem Frühjahr 2021 hat sich dieser Trend umgekehrt: Die Kapazität des Netzwerks steigt deutlich schneller als die Anzahl der Knoten.

Lightning-Kapazität, in BTC und Dollar, nach Bitcoin Visuals.

Schließlich haben wir hier noch einmal die Kapzität des Netzwerks in einem anderen Chart. Nicht erstaunlich ist, dass die Kapazität in Dollar mit dem Anstieg des Preises auch in der zweiten Hälfte 2020 anstieg, während Lightning eher stagnierte. Interessant hingegen ist, dass Lightning seit etwa April dem Preisverlauf entgegenläuft – der Preis fällt, doch die Kapazität in Lightning wächst. Es dürfte schwer sein, ein optimistischeres Signal zu produzieren.

Sehr deutlich zu sehen ist hier auch, dass sich das Wachstum von Lightning derzeit rapide beschleunigt.

Woran liegt es? Das ist schwer zu sagen. Eventuell hat der Trend zu Lightning-Zahlungen in El Salvador sowie die Ernennung von Bitcoin zum offiziellen Zahlungsmittel in dem zentralamerikanischen Land einen Beitrag geleistet; eventuell funktioniert Lightning durch die kontinuierliche Fortentwicklung immer besser; eventuell wurde schlichtweg eine Art Tipping-Punkt erreicht, der Lightning – noch in kleinen Kreisen – zum Standard macht, etwa für internationale Überweisungen.

Aber ist das „wieso?“ wirklich wichtig? Was zählt, ist, dass Lightning wächst. Denn wenn ein Netzwerk wächst, greifen die Netzwerkeffekte – es wird nicht nur größer, sondern auch besser; es hat nicht nur mehr Teilnehmer, sondern funktioniert für jeden Teilnehmer besser. Ob Lightning damit schon „gewonnen“ hat, kann man bezweifeln. Aber es ist auf einem guten Weg.

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