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July 17, 2019
Dienstleistungen Nachrichten

Liechtensteiner Postfilialen werden Bitcoin-Wechselstuben

In den Postfilialen in Liechtenstein kann man nun Schweizer Franken gegen Bitcoins und andersherum wechseln. Der Geschäftsführer der Post erklärt, dass man Bitcoins und andere Kryptowährungen dauerhaft in den Währungswechselservice einbinden möchte, aber sich keine Hoffnungen auf allzu bemerkenswerte Erlöse macht.

Vergangene Woche hat die Liechtensteiner Post erklärt, dass sie den Einstieg ins Krypto-Wechselgeschäft plane. Seit vergangenen Freitag können Liechtensteiner in der Postfiliale der Hauptstadt Vaduz Schweizer Franken gegen Bitcoins und andersherum tauschen. Damit weitet die Post ihren schon bestehenden Service, Währungen zu wechseln, auch auf Kryptowährungen aus. Nach Vaduz sollen weitere Filialen folgen, eventuell auch andere Kryptowährungen.

Der Geschäftsführer der Post, Roland Seger, erklärt dem Liechtensteiner Volksblatt die Hintergründe zu diesem Schritt. Der Wechsel von Kryptowährungen unterscheide „sich eigentlich kaum von unserem bisherigen Wechselgeschäft in den Filialen. Wir wechseln heute schon Schweizer Franken in Euro.“ Da läge es nahe, dasselbe auch mit Kryptowährungen zu machen. Ein „neues strategisches Standbein“ wolle sich die Post damit nicht aufbauen, „es ist eine einfache Erweiterung unserer bestehenden Dienstleistungen im Wechselgeschäft“, mit dem Ziel, „ein risikoloses Zusatzgeschäft“ zu werden: „Man darf nicht vergessen, dass wir dadurch in den Filialen keine Mehrkosten haben. Der Mitarbeiter steht so oder so am Schalter und wir haben fixe Öffnungszeiten. Es ist einfach eine weitere Transaktion am Schalter, die Personalkosten bleiben jedoch gleich.“

Den Bedarf kann Seger noch nicht abschätzen. Er geht davon aus, dass es einige Monate dauern wird, bis er darüber mehr weiß. „Wir beabsichtigen jedoch nicht, es in drei bis sechs Monaten wieder einzustellen, sondern es soll ein fester Bestandteil des Wechselgeschäfts werden.“

Bei dem Wechsel hält die Post keine Kryptowährungen. Stattdessen nehmen die Mitarbeiter in den Filialen „den Frankenbetrag des Kunden entgegen und wickeln dann das Wechselgeschäft über die Plattform der Firma Värdex ab.“ Värdex ist ein Schweizer-Kryptounternehmen, das die Post für den Wechselservice als Partner ausgewählt hat. Die Kunden erhalten in der Filiale dann eine Kryptowallet in Checkkartenform, die Coins werden zum Börsenkurs zum jeweiligen Zeitpunkt gewechselt, die Gebühren bewegen sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Ab einem gewissen Betrag müssen sich die Kunden detailliert identifizieren, weshalb der Betrag aktuell auf 1.000 Franken beschränkt ist. Aber man arbeite bereits an einer Lösung, um den Kunden zu ermöglichen, bis zu 20.000 Franken zu wechseln.

Weitergehende Pläne, wie die Akzeptanz von Bitcoins für Postgebühren, hat das Unternehmen nicht. „Aktuell bleiben wir beim Wechselgeschäft, was jedoch in zwanzig Jahren sein wird, kann ich noch nicht sagen“, so Steger.

Liechtenstein ist ein Zwergstaat zwischen Österreich und der Schweiz, in dem knapp 40.000 Menschen leben. Die Landeswährung ist der Schweizer Franke, mit einem Pro-Kopf-Einkommen von durchschnittlich 130.000 Franken sind die Liechtensteiner das am besten verdienende Volk der Welt. Einen Beitrag dazu dürfte der starke Bankensektor des Landes leisten. Traditionell ist Liechtenstein als Steueroase bekannt, auch wenn sich die Regierung bemüht, die Steuerflucht aus anderen europäischen Ländern einzudämmen. Die Post ist entsprechend der Größe des Landes eher ein kleines Unternehmen, das gerade mal 12 Wechselstuben, pardon: Filialen betreibt.

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