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„Ein massiver Kryptowährungs-Superboom“.

Zwei große Ratgeber für Investoren spekulieren, welche Rolle Bitcoin in der aktuellen Wirtschaftskrise spielen wird, und welchen Einfluss das Halving auf den Preis haben kann. Die Prognosen sind so bullisch, dass es einem die Schuhe auszieht.

Dass Bitcoiner gerne mit wagemutigen Prognosen um sich werfen, ist bekannt. 50.000 Euro, 100.000 Euro, eine Million – die Schätzungen, wohin es mit dem Preis von Bitcoin geht, können gar nicht hoch genug sein.

Vor einiger Zeit hat sich auch ein Analyst der Bayerischen Landesbank solchen Prognosen angeschlossen, freilich, ohne allzu explizit zu werden. Nun gibt es weitere Voraussagen von Gesellschaften für Investment-Hinweisen, die beide an sich nichts mit Bitcoin zu tun haben, aber die dem Optimismus der Bitcoin-Gemeinschaft in nichts nachstehen. Wir haben uns zwei davon angeschaut.

„Bis zu einer Million Dollar je Bitcoin.“

Die erste Bericht ist von Realvision. Das ist ein Portal für Investoren, das regelmäßig Neuigkeiten und Berichte herausgibt. Laut der Selbstbeschreibung ist Realvision „ein Ort, an dem die erfolgreichsten Investoren der Welt ihre Gedanken darüber teilen, was in den heutigen Märkten passiert.“ Das Portal hat nun einen Bericht veröffentlicht, der analysiert, welche wirtschaftlichen Folgen die Corona-Krise haben wird, und welche Rolle Gold und Bitcoin dabei spielen.

Der Bericht singt über den größten Teil eines Krisen-Blues, der einen in Angst und Schrecken versetzen kann. Das Drama werde sich „wahrscheinlich in drei Akten abspielen“: erst die Panik, dann die Hoffnung – in einem der beiden Akte sind wir derzeit – und schließlich die Involvenz: „Die brutale Phase, die alles verändert, einschließlich des Systems selbst.“ Anschließend zeigt der Bericht viele Seiten mit Fakten und Schaubildern zum Coronavirus, sowie der Feststellung, dass es so vieles über das Virus und die Reaktionen der Regierungen gibt, das wir noch gar nicht wissen. Was ein sehr beunruhigender Fakt sei.

Klar sind aber die bisherigen wirtschaftlichen Folgen. Die Coronakrise ist „ohne Zweifel das größte ökonomische Ereignis der letzten 150 Jahre.“ In China fielen Zahlen zu Produktion und Konsum stärker als jemals zuvor, ähnlich in Australien und Japan. Europa „erlitt den stärksten Einsturz der Geschichte“, ebenso Großbritannien und die USA, wo sich die Arbeitslosenmeldungen über Nacht vervielfacht haben. Es gab noch niemals einen so heftigen, globalen Wirtschaftscrash. Und das, worauf es hinausläuft, ist noch gar nicht zu sehen. Die endgültige Panik stehe uns noch bevor. Der Autor des Berichts befürchtet, dass dies eine „Alles-Krise“ wird, in der nicht nur eine, sondern zahlreiche Blasen platzen und gleichzeitig Finanz- und Geldkrisen ausbrechen. Es droht die Kernschmelze des globalen Finanzsystems. Das Coronavirus ist nicht die Ursache, sondern der Auslöser: Die Nadel, die einen Luftballon zum Platzen bringt.

Schließlich kommt der Bericht unter dem Titel „Die Zukunft“ auch auf Bitcoin zu sprechen. Er sieht „die potenzielle Gefahr, dass unser Geldsystem sowie unsere Finanzarchitektur scheitern.“ Die einzigen Antworten, die darauf Sinn machten, seien Gold und Bitcoin. „Beide werden uns retten und wahrscheinlich reich machen.“ Gold könne in den kommenden Jahren um das Drei- oder Fünffache steigen. Bei Bitcoin sei es „eine komplett andere Geschichte.“ Die Kryptowährung könne im selben Zeitraum „bis zu eine Million Dollar“ je Coin erreichen. Denn Bitcoin sei „nicht nur eine Währung oder ein Wertspeicher. Es ist ein vollständig vertrauenswürdiges, verifiziertes, sicheres Buchungssystem für digitale Werte.“ Eine solche Krise, wie die, in der wir derzeit laut des Berichts schlittern, sei genau das, wofür Bitcoin gemacht sei.

Dieser Bericht stammt nicht, wohlgemerkt, aus der Feder einer Bitcoin-Organisation.

„Massiver Reichtum für Investoren“

Ebenfalls keine Bitcoin-Organisation ist Weiss Ratings. Weiss ist eine seit langem etablierte Gesellschaft zur Bewertung von Investments, die auch regelmäßig Berichte zu den verschiedensten Themen herausgibt. In einem der neuesten Berichte widmet sie sich dem bald anstehenden Halving von Bitcoin sowie dessen Auswirkungen auf den Preis.

Laut Weiss hat das Halving das Potenzial „einen historischen Bullenmarkt für Kryptowährungen zu entfesseln und Investoren massiven Reichtum zu bescheren.“ Das Ereignis werde einen „massiven Kryptowährungs-Superboom“ auslösen, „der Bitcoin und andere ausgewählte Coins zu neuen Allzeithochs schicken wird. Denn der Trigger für dieses Event ist direkt im Code. Keine Regierung, keine Organisation, und keine Gruppe von Individuen, egal wie mächtig oder reich sie sind, kann verhindern, dass dieser Knopf gedrückt wird. Und jedesmal zuvor, wenn dieses Ereignis geschah, hat es einen beispiellosen Bullenmarkt für Kryptowährungen ausgelöst.“

Das Halving ist also mittlerweile nicht nur in der engen Bitcoin-Szene ein historisches Ereignis. Seine Bedeutung strahlt auch auf die eher allgemeinere Finanzwelt aus. Ob sich die Mutmaßung, dass es Investoren einen unerhörten Reichtum einbringen wird, bestätigt, ist aber ebenso ungewiss, wie dass Bitcoin im Lauf der kommenden Jahre einen Wert von einer Million Dollar erreichen würde. Meiner Meinung nach sollte man sich, ob Bitcoiner oder Anlageberater, mit solchen Prognosen zurückhalten. Aber dass es sie gibt, und dass mittlerweile ernsthafte Investment-Berater genau das sagen, was früher nur einige Verrückte aus der Bitcoin-Szene gemunkelt haben – das kann man schon als ein gutes Zeichen verstehen.

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