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Die Lightning-Fackel hat ihr Ziel erreicht

Der Lightning-Fackellauf war ein globaler Showlauf für das Lightning-Netzwerk, bei dem ein immer größer werdender Betrag Bitcoins von Person zu Person gesendet wurde. Nun hat die Fackel die Kapazität von Llightning ausgeschöpft und ist am Ziel angelangt. Dieses ist an einem bezeichnenden Ort – in Venezuela.

Zunächst war die Fackel ein kleines Flämmchen. Der – mittlerweile berühmte – Bitcoin-User mit dem Pseudonym „Hodlonaut“ hat 100.000 Satoshi per Lightning (etwa 4,50 Euro) an einen ausgewählten Lightning-Fan gesendet, der 10.000 Satoshi dazulegen und die Fackel weiterreichen sollte. Aus einem kleinen Gag wurde ein globaler Lauf, während dem die Fackel über 291 Stationen auf 4,29 Millionen Satoshi (knapp 200 Euro) anwuchs und schließlich bei einem Bitcoin-User aus Venezuela ins Ziel einlief.

Die Möglichkeit, bis zu 200 Euro weltweit mit Bitcoin zu versenden, ist zunächst nicht sehr beeindruckend. Beeindruckender ist jedoch, dass dies funktioniert, ohne dass eine Transaktion die Blockchain trifft. Vor allem aber ist beeindruckend, wie viele prominente Bitcoin-User teilgenommen haben. Unter den 292 Fackelträgern sind zahlreiche Namen, die man in der Szene – und zum Teil auch außerhalb – kennt. Darunter sind die üblichen Verdächtigen, etwa Pierre Rochard, die Bitcoin-Mom, Rene Pickhardt, Stefan Richter, Nicholas Dorier, Felix Weiss, Elizabeth Stark oder Giacomo Zucco. Bei ihnen wäre es eher überraschend, sie nicht als Teilnehmer einer Lightning-Demo zu sehen.

Überraschender dagegen sind Leute wie die Geschäftsführer von Binance und Shapeshift – Changpeng Zhao und Eric Vorhees -, die Chefentwickler der Altcoins Litecoin und Monero – Charlie Lee und Riccardo Spagni -, die Bitcoin-„Evangelisten“ Andreas Antonopolous, Bruce Fenton und Charlie Shrem sowie der „Assistent von Satoshi“ Martti Malmi. Am prominentesten ist aber natürlich der Twitter-Gründer Jack Dorsey. Die gesamte Liste der Teilnehmer findet man auf der Webseite Takethetorch.online. Auf der Seite gibt es auch eine Karte mit den Orten, die die Fackel passierte. Diese sind auf allen Kontinenten – einschließlich der Antarktis – sowie in mehr als 50 Ländern. Den Abschluss erreichte sie bei einem Bitcoin-User in Venezuela, wo knapp 200 Euro ein gar nicht so kleiner Betrag sein dürfte.

Aus technischer Perspektive war die Fackel vor allem ein Experiment mit der Liquidität von Lightning. Je näher die Größe der Fackel an die maximale Channel-Größe von Lightning rückte, die bei 4,29 Millionen Satoshi liegt, desto schwieriger wurde es, sie durch das Netzwerk zu bringen. Aber wie man sieht, gibt es für jedes Problem auch eine Lösung.

Während die offizielle Lightning-Fackel mehr und mehr zu einem Showlauf von Prominenzen wurde – die damit zum Teil auf einfache Weise „Flagge zeigen“ konnten – haben weniger bekannte Lightning-Fans begonnen, eine „Small Torch“ herumzureichen. Der Fackellauf fand auch über Lightning hinaus Nachahmer, etwa als die Bitcoin-Cash-Szene ein einzelnes Token von User zu User reichte, oder als Bitcoin SV mit einer „SatoshiTorch“ BSV von Handcash-Handle zu Handcash-Handle überwies. Aber ein Stückweit geht all das am eigentlichen Sinn vorbei.

Die große Anzahl der Teilnehmer an der Lightning-Torch zeigt, wie groß die Begeisterung für das Offchain-Netzwerk ist. Auch wenn dieses nur von einem Bruchteil der Bitcoin-Szene benutzt wird, ist die Userzahl schon jetzt größer als die der meisten anderen Kryptowährungen.

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