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Deutsche Privatbank startet Kryptofonds ab 2021

Die traditionsreiche Privatbank Hauck & Aufhäuser ruft mit dem Fintech-Startup Kapilendo ab dem kommenden Jahr einen Kryptofonds ins Leben, der die führenden Kryptomärkte abbilden soll. Das Startup Kapilendo treibt zugleich die Tokenisierung von Unternehmensanleihen voran.

Es tut sich etwas in Deutschland. Traditionelle Finanzunternehmen laufen sich für die Blockchain-Technologie warm, und Fintech-Startups unterstützen sie dabei gerne.

Das jüngste Beispiel ist die traditionsreiche Privatbank Hauck & Aufhäuser, deren Geschichte bis 1795 zurückreicht. Gemeinsam mit dem Berliner Startup Kapilendo hat die Bank nun den „HAIC Digital Asset Fund I“ angekündigt: Einen Anlagefonds, der einen Mix aus Kryptowährungen und digitalen Assets beinhaltet, welcher die allgemeinen Kryptomärkte abdecken soll.

Der Fonds wird ab Januar 2021 für professionelle und semiprofessionelle Anleger öffnen, die bereit sind, mindestens 200.000 Euro zu investieren. Die Auswahl der Assets wird sich vor allem an der Marktkapitalisierung und Liquidität ausrichten; das Investment ist größtenteils passiv, lediglich in seltenen Fällen ist eine Umschichtung in andere digitale Assets oder Aktien vorgesehen.

Welche konkreten Währungen der HAIC Digital Asset Fund I beinhaltet, ist derzeit nicht öffentlich gekannt. Vermutlich wird er versuchen, den generellen Kryptomarkt so gut wie möglich abzubilden. Die Pressemitteilung schreibt von „Kryptoassets wie Bitcoin, Ether und Stellar“. Bitcoin und Ether sind an dieser Stelle nicht überraschend, da es sich um die beiden wichtigsten Kryptowährungen handelt. Bei Stellar dagegen erstaunt die prominente Platzierung etwas. Auf der Webseite des Fonds findet man noch einige Icons, darunter Chainlink, Maker und Ren, was für einen gewissen Fokus auf DeFi spricht.

Zur Realisierung des Fonds hat das Bankhaus eine Tochtergesellschaft gegründet, die sich auf digitale Assets fokussiert (die Hauck & Aufhäuser Innovative Capital GmbH). Diese hat am 30. September von der BaFin die Lizenz als Kapitalverwahrungsgesellschaft erhalten. Die Verwahrung selbst erfolgt aber durch Kapilendo, ein Berliner Fintech-Startup.

Kapilendo hilft eigentlich kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei, durch Anleihen Eigenkapital einzuholen, und bietet weitere eher traditionelle finanztechnische Dienstleistungen an. Mit der zumindest auf der Webseite vom Kerngeschäft getrennten Krypto-Sparte möchte Kapilendo das Potenzial der Blockchain auf den deutschen Markt bringen. Dank der BaFin-Erlaubnis, als Kryptoverwahrer aufzutreten, bietet sich Kapilendo als Partner für das Bankhaus an.

Erst vergangene Woche hat das Startup der Pizza-Kette L’Osteria dabei geholfen, ein Blockchain-basiertes Security Token herauszugeben, welches auf der Stellar-Blockchain läuft. Vermutlich dürfte hier im Hintergrund die Software von BitBond sowie das darum herum aufgebaute Netzwerk stehen. Wie schon bei KlickOwn erlaubt diese, die innovative Technologie in hergebrachte Strukturen zu integrieren: Das Token von L’Osteria wird nur auf der Plattform von Kapilendo zu handeln sein.

Diese Verbindung dürfte übrigens auch erklären, weshalb die Pressemitteilung von Hauck & Aufhäuser die in der Marktkapitalisierung eher unbedeutende Kryptowährung Stellar direkt neben Bitcoin und Ethereum nennt.

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