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Brave Browser 1.0: User können an Werbung verdienen – und andere Webseiten belohnen

Nach Jahren der Entwicklung und Beta-Veröffentlichungen ist der Browser Brave nun offiziell bei Version 1.0 angekommen. Laut den Machern transformiert Brave das Internet wie wir es kennen. Womit sie noch nicht einmal zu hoch stapeln.

Manchmal heißt es, keine einzige ICO habe jemals etwas konstruktives erschaffen. Brave straft solche Behauptungen Lügen. Das von JavaScript-Erfinder Brendan Eich Anfang 2016 gestartete Projekt hat mit dem Verkauf der Basic Attention Token (BAT) Mitte 2017 gut 36 Millionen Dollar eingenommen. Nun legt das Team die Version 1.0 vor, die jene Versprechen, mit denen Brave an den Start gegangen ist, tatsächlich umsetzt.

Im Kern ist Brave ein Klon des Chrome-Browsers, der sich darauf konzentriert, störende Gewohnheiten von Webseitenmacher vom User fernzuhalten: Der Browser integriert einen Werbeblocker, verschlüsselt mit HTTPS-Everywhere den Datenverkehr mit allen Webseiten und schaltet Cookies von dritten Parteien aus. Allein schon dies macht Brave laut eigenen Angaben 3-6 Mal schneller als andere Browser. Aber das ist noch nicht alles: Durch eine integrierte Wallet schüttet Brave die Basic Attention Token an Webseiten aus, die die User des Browsers besuchen – sofern die User Coins eingezahlt haben. Das Konzept ist vielversprechend, aber in der Praxis für Webseiteninhaber oft schwierig umzusetzen, wie der Coinspondent in einem Test beschreibt.

Mit der Version 1.0 aktiviert Brave ein neues, aufregendes Features, das von Anfang an versprochen wurde: Die User können von Brave ausgestrahlte Werbung ansehen und erhalten 70 Prozent der Werbeeinnahmen. Diese Einnahmen können sie dann benutzen, um Webseiten zu bezahlen. Anders gesagt: Mit Brave muss man nun überhaupt keine Bitcoins haben, um seine Lieblingswebseite mit virtuellen Token zu unterstützen. Die Transformation der Online-Ökonomie läuft ganz im Hintergrund ab – und Brave selbst verdient ordentlich daran.

Auch bei den eigenen Werbeanzeigen achtet Brave darauf, dass sie die Nutzererfahrung so wenig wie möglich stören: Man kann sich aussuchen, wie viele Anzeigen man pro Stunde anschaut, die mögliche Anzahl reicht von einer bis fünf Anzeigen je Stunde. Das Feature ist laut der Info zum Release für iPhone und iPads verfügbar, ist aber auch schon in meiner Brave-Version für Ubuntu enthalten. Auf Android ist es offenbar noch nicht freigeschalten, mit Windows habe ich es noch nicht getestet.

Damit wird Brave dem gerecht, was Brendan Eich ankündigt: “Das heutige Internet ist kaputt, und die User leiden darunter am meisten. Sie werden verfolgt, markiert und ausgebeutet; das verletzt nicht nur die Privatsphäre, sondern macht die Webseiten langsamer, leert die Batterieren und sorgt für eine fürchterliche Interneterfahrung. Publizisten verlieren derweil Einnahmen in einem Rekordtempo an einige wenige gigantische Super-Unternehmen und zu viele Werbe-Zwischenmänner …” Der Überwachungskapitalismus habe das Internet lange genug geplagt. “User, Werbetreibende und Publizisten haben endlich genug, und Brave ist die Antwort. Brave 1.0 ist ein neu erfundener Browser, der das Web zugunsten der User transformiert, mit einer privaten, im Browser basierten Werbe- und Zahlungsplattform.”

Dann kann die Transformation ja losgehen. Mit bisher gut 8 Millionen Usern ist Brave noch weit davon entfernt, die Werbewirtschaft im Internet umzustülpen – aber hat schon mal eine vielleicht sogar kritische Masse erreicht.

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