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Analyse

Bitcoin Core Entwickler schlägt neues Mining Protokoll zur Dezentralisierung des Netzwerkes vor

 

Der Bitcoin Core Entwickler Matt Corallo hat ein Bitcoin Improvement Proposal (BIP) veröffentlicht, mit dem er das Bitcoin Mining durch eine Änderung des Mining Protokolls wieder dezentralisieren möchte.

Ob und wie stark das Bitcoin Mining zentralisiert ist, ist ein heiß diskutiertes Thema. Fakt ist, dass der ASIC Miner Markt, sowie die Mining Pools durch die Firma Bitmain dominiert werden. Seit längerem gibt es daher den Vorwurf gegenüber dem Unternehmen von CEO Jihan Wu, dass Bitmain den dezentralen Gedanken von Bitcoin aufweicht. Die Mining-Pools von Bitmain (BTC.com und Antpool) nehmen aktuell rund 42 Prozent der Bitcoin Mining Power ein. Dazu kommt der ViaBTC Mining Pool, der Bitmain ebenfalls nahestehen soll und immerhin weitere 8 Prozent der Bitcoin Mining Power einnimmt. Durch diese Konzentration der Hash-Power sehen Viele eine Zentralisierung bei Bitmain, die Entscheidungen im Bitcoin Netzwerkstark beeinflussen können.

Dies sieht wohl auch Matt Corallo, ein wichtiger Entwickler von Bitcoin Core und auch bekannt unter dem Twitter Namen TheBlueMatt so. Corallo hat sich dazu entschlossen auf Github einen Bitcoin Improvement Proposal (BIP) zu veröffentlichen, welches darauf abzielt das Bitcoin Mining durch ein neues Mining-Protokoll wieder zu dezentralisieren.

Der Vorschlag ist unter dem Namen BetterHash bekannt und zielt darauf ab, die Arbeitsweise von Minern zu verändern. Auf Github schreibt er:

Wir schlagen zwei neue Mining-Protokolle vor, um die Art und Weise zu überdenken, in der Arbeit im Bitcoin-Netzwerk generiert wird, was möglicherweise die effektive Mining-Dezentralisierung drastisch erhöht.

Laut Corallo unterliegt das Mining von Bitcoin vielen Zwängen, die die Zentralisierung fördern. Einer der größten Gründe für Corallo ist das am weitesten verbreitete Mining-Protokoll: Stratum. Das Stratum-Protokoll sei schwer zu implementieren und schlecht dokumentiert. Daher müssen Pool-Betreiber Block-Templates für ihre Clients erstellen und verteilen. Hierdurch wird allerdings einerseits die Vielfalt der Block-Templates im Netzwerk stark begrenzt, andererseits gibt es den Pool-Betreibern einen sehr starken Einfluss. Zum Beispiel können Pool-Betreiber ihre Machtposition dazu nutzen, die einzelnen Miner zu Entscheidungen über Netzwerk-Upgrades zu zwingen. Durch diese Zentralisierung wird kritischer Weise aber auch der Zensurwiderstand des Netzwerkes erheblich verringert.

Corallo möchte das Stratum-Protokoll durch ein neues Protokoll ersetzen, welches die Erstellung von neuen Blöcken und die Auszahlungen in zwei Protokolle aufteilt – Work and Pool. Diese Änderung des Protokolls würde es Minern erlauben, die Transaktionen, die sie in ihren Blöcken verifizieren, selbst auszuwählen, anstatt es den Betreibern von Mining-Pools zu überlassen. Gegenwärtig müssen Miner, die versuchen, ihre eigenen Block-Templates zu verwenden, allein minen oder auf kleinere, dezentrale Mining-Pools zurückgreifen. Hierdurch gehen sie jedoch die Gefahr von unregelmäßigen Auszahlungen/ Rewards ein.

BetterHash zwingt die Miner zwar nicht dazu ihre eigenen Block-Templates zu erstellen. Allerdings besteht zumindest die Option dafür. Somit könnten Miner ihre Autonomie wahren und gleichzeitig von großen Mining-Pools und damit einhergehend stabilen Auszahlungen profitieren.

Aus Sicht des gesamten Bitcoin Netzwerkes würde es zu einer Dezentralisierung kommen, weil die Macht der Mining-Pool eingeschränkt wird. Darüber hinaus würde das neue Protokoll das Risiko zu mindern, dass eine Regierung zentrale Mining-Pool-Betreiber dazu anweist, bestimmte Transaktionen zu untersagen und zensieren. Allerdings müsste sich aus unserer Sicht in der Praxis aber auch erst zeigen, ob Betreiber von Mining-Hardware tatsächlich eigene Block-Templates erstellen und verwenden. Letztlich handelt es sich aus unserer Sicht aber um einen sehr interessanten Vorschlag.

 

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