Technical analysis & news on Blockchain & Cryptocurrencies | Coincronica
Dienstleistungen Nachrichten

BitBond und Bankhaus von der Heydt geben Euro-Stablecoin heraus

Eine der ältesten Banken der Welt wird zur ersten Bank überhaupt, die einen Stablecoin herausgibt. Der „EURB“ des Bankhaus von der Heydt dient der interne Verrechnung – aber wird auch anderen Plattformen zur Verfügung stehen.

Bisher fristen Euro-Stablecoins ein absolutes Nischendasein. Die Krypto-Szene rechnet vor allem in Dollar oder Bitcoin, und die klassische „Euro-Ökonomie“ hat wenig Verwendung für Stablecoins, die von Krypto-Unternehmen wie Tether herausgegeben werden.

Das könnte sich aber rasch ändern. Während der deutsche Bankenverband einen Stablecoin zwar prinzipiell begrüßt, aber praktisch eine Wagenladung Bedenken sieht, hat eine der ältesten Banken Deutschlands Nägel mit Köpfen gemacht. Das Bankhaus von der Heydt gibt einen EURB genannten Stablecoin heraus, der vollständig durch Euro gedeckt ist.

Technologisch arbeitet das Bankhaus wie schon berichtet mit dem Berliner Startup BitBond zusammen. Als technische Plattform nutzen die beiden Unternehmen die Stellar-Blockchain, eine frühe Fork von Ripple, die laut Eigenbeschreibung hochperformant und für Token optimiert ist.

Für das Bankhaus von der Heydt dient der Stablecoin vor allem den eigenen Bedürfnissen. Schon im Frühjahr hat das Institut begonnen, Verbriefungsgeschäfte über die Blockchain abzuwickeln, indem sie diese tokenisiert. Durch den EURB können die Operationen um die Verbriefungen weiter automatisiert und auf der Blockchain abgewickelt werden.

Diese Absicht, tokenisierte Verbriefungen mit tokenisierten Euro zu verbinden, hat das Bankhaus bereits im Februar geäußert. Neu an der nun erfolgten Ankündigung ist jedoch, dass der EURB-Stablecoin nicht nur intern zum Einsatz kommen soll, sondern „auch von Drittplattformen genutzt werden“ kann, so die Pressemitteilung, „um Zahlungstransaktionen on-chain abzuwickeln“. Nutzer und Unternehmen, „die über das Stellar Netzwerk auf EUR zugreifen möchten, können dies nun tun.“

Die Wahl von Stellar als Blockchain ist im internationalen Kontext eher überraschend, wo Stablecoins in der Regel auf Ethereum laufen und dadurch Anschluss an die DeFi-Ökonomie erhalten. Für Beobachter der deutschen Blockchain-Branche dürfte die Entscheidung aber wenig überraschend sein. Schließlich entschied sich BitBond schon bei der Herausgabe eines eigenen Security Tokens für Stellar aufbaut.

Mit im Boot ist dabei das Berliner Startup SatoshiPay, das ebenfalls auf Stellar aufbaut. Während es um das eigentliche Geschäftsmodell, Mikropayments zu Medien zu bringen, eher ruhig geworden ist, baut sich SatoshiPay mit DTransfer ein zweites Standbein auf. DTransfer wickelt weltweit Zahlungen günstig und schnell über die Stellar-Blockchain ab. Dass DTransfer das erste Unternehmen ist, das den EURB implementiert, überrascht daher nicht – könnte aber ein erster Schritt einer hoffnungsvollen Reise sein.

Related posts

Einer der frühesten Miner signiert Nachricht: „Craig Wright ist ein Lügner und Betrüger“

Kathrin Jung

Von DeFis, CeFis und CeDeFis

Kathrin Jung

Sammelklagen gegen Profiteure des ICO-Hypes 2017: Die Rote Hochzeit für das Geschäft mit den Token?

Kathrin Jung