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BitBond gibt das erste regulierte Security Token auf einer Blockchain heraus

Die Berliner P2P-Lendingplattform BitBond startet den ersten regulierten Security-Token-Verkauf (STO) in Deutschland. Der Partner ist die solarisBank, als Plattform für die Token wurde Stellar gewählt.

Gestern, am 11. März, begann der Verkauf von Security Token für BitBond. Security Token sind eine Art Anleihe als Token auf einer Blockchain, von denen gesagt wird, dass sie der logische nächste Schritt vom ICO-Hype sind. Während ICOs unregulierte Token in einer Grauzone waren, sind Security Token regulierte Alternativen zu Aktien. Dementsprechend hat BitBond und sein Partner solarisBank auch das grüne Licht der BaFin, die den Prospekt des Startups abgesegnet hat.

Die Konditionen des Security Token Offerings (STO) sind eigentlich recht attraktiv: Die Käufer erhalten je Quartal ein Prozent ihres Investments als Coupon sowie eine halbjährliche variable Verzinsung. Die Auszahlungen erstrecken sich über 10 Jahre, am Ende der Laufzeit kauft BitBond die Papiere zum Ausgabepreis von einem Euro je Stück zurück. Besonders profitabel ist dieses Angebot für Investoren, die früh zeichnen: Bis zum ersten April kosten die Token nur 70 Cent je Stück, danach steigt der Preis bis zum 23. April sukzessive auf ein Euro. Am 10. Mai endet der Verkauf.

BitBond ist ein seit 2013 bestehender weltweiter Marktplatz für P2P-Kredite durch Kryptowährungen. Man kann hier durch Bitcoin Kredite an Leute aus aller Welt vergeben, von Indien über Marokko nach Peru, die zum Teil stark verzinst sind, aber auch mit einem relativ hohen Ausfallrisiko einhergehen. BitBond versucht dieses Risiko zu reduzieren, indem es Social-Media- und Amazon- oder Ebay-Profile in die Kreditgesuche mit aufnimmt.

Mit dem Security Token wird BitBond zum ersten deutschen – vielleicht sogar zum global ersten – Unternehmen, dass durch die Vergabe eines Security Tokens Geld aufnimmt. Dies dürfte auch an einer relativ offenen Haltung von Bundesregierung und Unternehmen wie der Stuttgarter Börse gegenüber den regulierten Aktientoken liegen. Erst Ende letzter Woche hat das Bundesfinanzministerium ein Eckpunktepapier vorgelegt, das eine innovationsfreundliche „re­gu­la­to­ri­sche Be­hand­lung von elek­tro­ni­schen Wert­pa­pie­ren und Kryp­to-To­ken“ skizziert.

Der 72-seitige Prospekt der BitBond-STO widmet sich eingehend jeder Art damit verbundener Risiken. Über eine Webseite möchte BitBond bis zu 100 Million Euro durch den Tokenverkauf einholen; wer mitmachen will, muss seine Identität durch ein Ausweisdokument verifizieren. Bezahlen kann man die Token mit Banküberweisungen, Bitcoins, Ether und Stellar Lumen. Der Grund für das überraschende Auftauchen von Stellar an dieser Stelle ist, dass BitBond die Token auf der Stellar-Blockchain prozessiert. Dementsprechend werden auch die Auszahlungen von Zinsen exklusiv in Stellar Lumens getätigt. Ob die Besitzer der Token diese auch einfach per Stellar-Transaktion auf die eigene Wallet überspielen, ins Cold-Wallet schieben oder ohne Mittelsmann handeln können, konnte ich aus dem Prospekt nicht herauslesen.

Auf meine Nachfrage, warum gerade Stellar, antwortet eine Mitarbeiterin von BitBond: „Wir haben Stellar anstelle anderer Netzwerke gewählt, weil es schnell ist, günstige Transaktionskosten hat und einfach zu entwickeln ist.“ Damit ist BitBond nach SatoshiPay das zweite Bitcoin-Startup aus Berlin, das Stellar zur Blockchain seiner Wahl kürt – während es gleichzeitig mit dem ersten regulierten STO möglicherweise zum Auftakt einer Tokenisierung der Aktien und Anleihen schlägt.

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